5 Jahre Leibniz-Akademie: Wie Führungsentwicklung die Gemeinschaft verändert
Über Führung in Instituten der Leibniz-Gemeinschaft
Die Leibniz-Akademie für Führungskräfte wird fünf Jahre alt – ein guter Moment, um innezuhalten und zu fragen: Was hat sie bewirkt? Und warum braucht es sie überhaupt?
Die Antwort liegt in der Eigenart wissenschaftlicher Einrichtungen: komplexe Governance, starke informelle Hierarchien, ausgeprägte wissenschaftliche Autonomie – und Führungskräfte, die auf diese Aufgabe selten systematisch vorbereitet werden.
In fünf Jahren hat die Akademie vielfältige Wirkung in der Leibniz-Gemeinschaft entfaltet. Sie hat in erheblichem Umfang zur Professionalisierung einzelner Führungskräfte beigetragen – und an vielen Instituten eine positive Entwicklung der Führungskultur mit angestoßen. Die vielleicht nachhaltigste Wirkung ist die Stärkung des Netzwerks: getragen von Mitgliedern der Gemeinschaft für Mitglieder der Gemeinschaft. Die Akademie hat damit zu mehr Zusammengehörigkeitsgefühl, Verbindlichkeit und Offenheit in der Leibniz-Gemeinschaft beigetragen – und tut es weiterhin. Angesichts knapper Ressourcen und wachsender Anforderungen an die Institute ist das eine wirksame Investition.
Führungskräfte professionalisieren
Die Programme richten sich an alle Führungsebenen – von Nachwuchsgruppenleitungen über die mittlere Führungsebene bis zur Vorstandsebene. Eine erfreuliche große Zahl von Führungskräften in der Gemeinschaft hat bereits an mindestens einem der Programme teilgenommen. Sie haben dabei nicht nur Werkzeuge und Kompetenzen erworben, sondern auch gelernt, die eigenen Herausforderungen besser einzuordnen: Vieles, was zuvor als persönliches Problem erschien, ist in Wirklichkeit ein strukturelles – eine Erkenntnis, die den Blick auf die eigene Rolle nachhaltig verändert. Dass Gelerntes im Alltag nicht immer konsequent umgesetzt wird – zu komplex die Herausforderungen, zu eingefahren mitunter die Muster –, gehört zur Realität von Führungsentwicklung. Wirklich sichtbar wird der Unterschied dort, wo nicht Einzelne, sondern ganze Leitungsteams dieselbe Erfahrung gemacht haben.
Eine gemeinsame Antwort darauf, was von Führungskräften in der Leibniz-Gemeinschaft erwartet wird, geben die 2025 in einem partizipativen Prozess mit Teilnehmenden und Alumni entwickelten "Prinzipien wirksamer Führung". Sie benennen in sieben Leitsätzen, woran sich gute Führung orientieren soll – als Maßstab für Einzelne und als Grundlage für institutsspezifische Führungsleitbilder.
Organisationen stärken (oder: „Return on Management Education“)
Wirkung zeigt sich vor allem dann, wenn eine kritische Masse an Gruppen- und Bereichsleitungen, Verwaltungsleitungen und Vorstandsmitgliedern eines Instituts die Akademie durchlaufen hat. Diese Menschen sprechen über Führung in der gleichen Sprache, sie haben dieselben Modelle im Kopf und entwickeln ein gemeinsames Gespür für die kulturellen Indikatoren ihres Instituts. Sie sind in diesem Sinne mehr als die Summe ihrer Teile.
Das zahlt sich aus – im wörtlichen Sinne. Gutes Management ist Voraussetzung für gute wissenschaftliche und wissenschaftsunterstützende Arbeit (während schlechte Führung auf Dauer teuer ist – durch Fluktuation, Motivationsverlust und Konflikte, die sich festfressen). Mit der Professionalisierung der Einzelnen verbessert sich die Leistungsfähigkeit der Organisation. Chaotische Veränderungsprozesse kosten Ressourcen und Motivation. Ein geordnetes, transparentes, partizipatives Vorgehen bei Umstrukturierungen macht Organisationen resilient, bindet Mitarbeitende und spart Energie, die anderswo gebraucht wird. So kann man Institute gut aufstellen für:
- geordnete Übergänge in der Institutsleitung – gerade angesichts des bevorstehenden Generationenwechsels
- eine Arbeitskultur, die für die junge Generation zählt – in Wissenschaft und wissenschaftsunterstützendem Bereich
- mehr gegenseitiges Verständnis zwischen Wissenschaft und Administration
- konstruktiven Umgang mit Konflikten, bevor sie eskalieren und Energie binden
- Veränderungsprozesse, die Mitarbeitende mitnehmen
Leibniz als Gemeinschaft leben
Auch auf Gemeinschaftsebene entsteht noch einmal etwas Neues. Durch die vielen Gelegenheiten des Austauschs und der Vernetzung, sei es bei Kaminabenden, Foren, Workshops und Vernetzungstreffen entstehen belastbare Beziehungen und echte Neugier auf andere Disziplinen.
Beides bringt handfeste Vorteile: Wer sich kennt und vertraut, kann schneller und verlässlicher zusammenarbeiten – auch institutionenübergreifend, auch unter Zeitdruck. Und wer einmal verstanden hat, womit die Kollegin aus einem ganz anderen Fach ringt, wer als Wissenschaftlerin oder Wissenschaftler die Herausforderungen der Administration kennt, wer aus dem wissenschaftsunterstützenden Bereich die Arbeit der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler besser versteht, denkt anders über die Zusammenarbeit nach. Darin liegt vielleicht die eigentliche Stärke der Akademie: nicht nur Führungskräfte zu entwickeln, sondern die Gemeinschaft als solche.
Was sich zählen lässt: Reichweite – und ein Blick ins Backoffice
Teilnehmende (Stand Juni 2026)
- Teilnehmende gesamt: 583
- im Programm "Führung reflektieren": 89 (entspricht 40 % der Zielgruppe)
- im Programm "Führung leben": 293 (entspricht 21 % der Zielgruppe)
- im Programm "Führung entwickeln": 201 (entspricht 52 % der Zielgruppe)
- im Onlineprogramm "Führung starten" (seit 2025): 581 (entspricht 8 % der Zielgruppe)
Leibniz-Netzwerk
- Kamingäste: 44 Führungspersönlichkeiten aus den Leibniz-Instituten haben in vertrautem Kreis ihre persönlichen Geschichten erzählt
- Alumni-Workshops: 17 Durchgänge haben sich nach Abschluss ihres Programms wieder getroffen, um gemeinsam weiter an ihren Führungsthemen zu arbeiten
Weitere Highlights
- Best Minds: Akademieteilnahme von geförderten Professorinnen- und Nachwuchsgruppenleitern u. -leiterinnen ist Teil ihrer Förderung.
- Neu bei Leibniz – Das Onboarding-Event für Instituts-, Bereichs- und Abteilungsleitungen, findet immer Mitte Oktober statt.
- Forum Personalentwicklung – Vernetzungsmöglichkeit für alle, die mit Personal- und Karriereentwicklung zu tun haben. Im zweijährigen Turnus, jeweils im Frühjahr.
- Leadership Lunches: Sie sind das „Schaufenster der Akademie“. Gemeinsam mit Helmholtz-Akademie wird alle acht Wochen ein besonderes Führungsthema beleuchtet.
- Prinzipien wirksamer Führung: Orientierung für die einzelne Führungskraft ebenso wie für die Entwicklung der Kultur im eigenen Institut.
Aus dem Backoffice
- Veranstaltungen pro Jahr/gesamt: 55 / 245
- Hocker auf Reisen geschickt (eine Auswahl ist hier zu sehen): 20 / 100
- Workbooks pro Jahr/gesamt: 480 / 2.400
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Unsere Gruppe ist offen für Teilnehmende, Alumni und alle Führungskräfte der Leibniz-Gemeinschaft.
Der Fächer mit den "Prinzipien wirksamer Führung" kann bei der Leibniz-Akademie für Führungskräfte unter akademie(at)leibniz-gemeinschaft.de bestellt werden.















































